Verstärker

Aus dem Behaviorismus der Sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entstand die Theorie des Lernens durch Verstärkung, die den Lernenden dazu bewegen soll, Lerneindrücke nachhaltiger im Gedächtnis zu verankern. Der Behaviorismus ist eine Verhaltenswissenschaft, die versucht, nach rein objektiven Kriterien vorzugehen.

Klassiche Tierversuche zu Verstärkern

Klassisch sind die dazu vorgenommen Tierversuche von Frederic Skinner. Er setzte Ratten in eine Experimentierbox, die nach ihm als Skinner-Box benannt wurde. Durch Drücken eines Hebels konnte sich das Tier selber Futter in die Kiste hinunterlassen, wozu es allerdings bestimmte Regeln einhalten musste, zum Beispiel kam das Essen oder das Wasser nur, wenn ein Licht aufleuchtete oder ein Signal ertönte. Diese Art des Lernens nannte Skinner operante Konditionierung - im Gegensatz zur klassischen Konditionierung der vorrausgegangenen Experimente von Iwan Petrowich Pawlow und seiner Hunde, der zu beweisen suchte, dass das Verhalten auf Reflexen beruhe. Der sogenannte Verstärker ist nach Skinner die Belohnung, die das Tier erwarten kann, wenn es den Futterhebel unter Einhaltung der vorgegebenen Bedingungen herabdrückt.

Verstärker bei Menschen

Die Ergebnisse dieser Experimente des Lernens durch Verstärker wurden später auch auf Menschen übertragen. Unter Verstärker versteht man eine dem Verhalten folgende Belohnung, durch die der Lernende dazu animiert wird, das vorrausgegangene Verhalten zu wiederholen oder zu verstärken. Bei der Bestrafung dagegen soll ein bestimmtes Verhalten vermindert oder vermieden werden.

Wichtig ist, dass die Belohnung nur dann auftritt, wenn das dazugehörige Verhalten auch vorrausgegangen ist, bei der Kindererziehung beispielsweise nur dann, wenn das Kind sein Zimmer aufgeräumt hat. Erfolgt die Verstärkung, ohne dass das Kind die dazugehörige Handlung auch wirklich ausführte, kann kein Zusammenhang mehr zwischen dem Verhalten und der Belohnung gesehen werden.

Verstärker im Fernstudium

Nutzbar ist diese Korrelation zwischen Verhalten und Verstärker auch für das Selbststudium an Fernuniversitäten oder in Fernkursen. Da die Motivation eine Eigenmotivation sein muss, wird auch die Belohnung für das erwünschte Verhalten, das Lernen, selber gewählt: ein Spaziergang, ein warmes Bad, ein Stückchen Schokolade. Damit die Selbstmotivation funktioniert, muss sich der Studierende allerdings eisern an die Regel halten: erst das Lernen, dann die Belohnung!