Vermeidungslernen

Beim Terminus 'Vermeidungslernen' handelt es sich um einen Fachbegriff aus der angewandten Psychologie und dem Behaviorismus (eine psychologische Theorie). Diese Form des Lernens kommt vor allem zum Tragen, wenn eine bestimmte Situation vermieden wird, weil aus der Vergangenheit gelernt wurde, dass ein Verhalten oder Verhaltensmuster zu Sanktionen, Strafen oder Angstgefühlen geführt hat. Als Beispiel mag hier Folgendes gelten: Ein Schüler hat seine Hausaufgaben wiederholt nicht gemacht und der Lehrer droht daraufhin mit dem 'blauen Brief' an die Eltern, wobei beim Eintreten dieses Falles Auseinandersetzungen im Elternhaus mit weiteren Sanktionen zu erwarten sind. Der Schüler wird nun aus Angst genau diese Konstellation meiden - er möchte nicht die darauf folgenden Strafen erleiden und macht künftig seine Hausaufgaben.

Beim Vermeidungslernen umgeht man unangenehme Erlebnisse

Es handelt sich beim Vermeidungslernen daher streng genommen um eine Vermeidungsreaktion, die das Ziel hat, (erwarteten) unangenehmen Erlebnissen aus dem Weg zu gehen.

Positiv kann diese Art des Lernens in der Sozialisation umgesetzt werden: indem durch Strafandrohung durch befugte Instanzen auf ein schädliches Verhalten des Einzelperson oder der Gruppe hingewiesen wird, das zum Schutze der Betroffenen und der Gesellschaft unterlassen werden sollte. Funktioniert das Vermeidungslernen in der Sozialisation, so ist ein angepasstes Individuum das Ergebnis, das sich an Normen hält.

Vermeidungslernen verstärkt Phobien

Vermeidungslernen zeigt sich jedoch auch bei Phobien aller Art und kann diese verstärken. Leidet jemand etwa unter Arachnophobie, unter Spinnenangst, wird er tunlichst jede Situation umgehen, in der er mit Spinnen in Berührung kommen könnte. Jedoch hat dies auch zur Folge, dass die Phobie somit bestehen bleibt. Zur Therapie von Phobien wird deswegen eine schrittweise Annäherung an das Objekt der Angst geübt, um diese so mit der Zeit abzubauen und das Vermeidungslernen wieder aufzuheben.