Soziales Lernen schafft soziale und emotionale Kompetenz

Soziales Lernen legt die Grundlagen für ein Lernen, das handlungsorientiert und problemlösend ausgerichtet ist. Der Begriff "soziales Lernen" ist ursprünglich in der Lernpsychologie geprägt worden. Er wurde in modifizierter Form später von der Sozialpädagogik und von der Erziehungswissenschaft (Pädagogik) aufgegriffen. Soziales Lernen spielt auch in der Sozialen Arbeit eine wesentliche Rolle.

Der Ursprung des sozialen Lernens

Der Ursprung des Begriffs hat seine soziokulturellen Wurzeln in Schweden. Dort wurde er in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von dem Psychologen Sophian Walujo geprägt. Dabei orientierte sich der Sozialwissenschaftler stark an dem gemeinschaftsstiftenden Erfolg der Bauern, Fischer und Seeleute im skandinavischen Raum. Ohne eine organisierte verlässliche Zusammenarbeit untereinander hätten sie ihre an sich widrigen Lebensbedingungen nicht erträglich und fruchtbar gestalten können. Soziales Lernen zielt ab auf den Erwerb "sozialer Kompetenz". Sie ist damit Basis für das erfüllte Leben in einer "Offenen Gesellschaft" mit demokratischen Tugenden. "Soziales Lernen" ist ein Gegenmodell zum linearen, behavoristischen Lernen.

Soziale Kompetenz ist wichtig für das Zusammenleben

Der Erwerb "sozialer und emotionaler Kompetenz" spielt in der (Sozial-)Pädagogik eine wichtige Rolle. Soziales Lernen bedeutet die Entwicklung von Wahrnehmungs-, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit sowie Zivilcourage. Der Erwerb von sozialer Kompetenz vollzieht sich vor allem in der sozialen Gruppe. Soziales Lernen lernt man dort, wo Gruppenstrukturen vorherrschen, in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, im Hort, im (Ausbildungs-)Betrieb oder im Sportverein. Soziales Lernen ist in der frühkindlichen Erziehung und in der Grundschulpädagogik ein wichtiges Feld. Zum sozialen Lernen gehört die Eigenwahrnehmung. Der angemessene Umgang mit einer gestörten Eigenwahrnehmung, die fast immer Fehlentwicklungen begleitet und begünstigt, ist vor allem Handlungsfeld in der Sozialen Arbeit. Soziales Lernen versteht sich als lebenslanges Lernen, flexibel gestaltet, offen für Neues und fähig zur Integration.

Soziales Lernen ist auch für das Fernstudium wichtig

Für das E-Learning spielt das soziale Lernen eine scheinbar untergeordnete Rolle. Hier steht die Vermittlung fachlicher und methodischer Kompetenz im Vordergrund. Wer Fernstudiengänge absolviert, bedarf aber auch der sozialen Bindung in der Gruppe. Präsenztage und eine Community, die sich virtuell oder - regional vernetzt - persönlich trifft, um Informationen auszutauschen, sich kennen zu lernen oder gemeinsam an Themen zu lernen, stärken in der Regel die Motivation der Teilnehmer. Das wachsende soziale Zusammengehörigkeitsgefühl wirkt mental und emotional identitätsstiftend.