Soziale Verstärker

Erziehung und Lernen geschieht durch primäre und soziale Verstärker des Erziehers. Geht es bei den primären Verstärkern um biologische Bedürfnisse, so sind die sozialen Verstärker auf Beziehung untereinander aufgebaut. Zu den klassischen sozialen Verstärkern zählen zum Beispiel: Anerkennung und Verdienst, wenn ein Verhalten gestärkt werden soll; aber auch Drohungen und Entzug von Zuwendungen, wenn ein Verhalten nicht auftreten oder verändert werden soll.

Beispiele für soziale Verstärker

Bei Kindern treten klassische soziale Verstärker im Bereich Schule häufig beim Thema Hausaufgaben auf. Macht ein Kind mehrfach seine Hausaufgabe nicht, so droht in der Regel die Lehrperson mit einer Kontaktaufnahme bei den Eltern. Reicht die Drohung, damit das Kind seine Hausaufgaben erledigt, hat der angewandte soziale Verstärker den von der Lehrperson gewünschten Erfolg gebracht. Werden die Hausaufgaben auch dann nicht erledigt, muss die Lehrperson seine Androhung umsetzen und die Eltern informieren. Würde die angekündigte Drohung von der Lehrperson fallen gelassen, so könnte das Kind daraus schließen, die Lehrperson droht nur, aber es passiert nichts. Dieses Verhalten würde das Kind auf andere, neue Situationen übertragen.

Neue Übungen im Sport können in der Regel von niemandem sofort korrekt umgesetzt werden. In der Übungsphase muss die Lehrperson den Trainierenden sowohl korrigieren und motivieren. Dazu gehört, dass eine Übung auf den Trainierenden individuell angepasst und dass der Übenden verbal motiviert wird. Hier eignen sich Sätze wie: "das war super", "morgen können wir einen Schritt dazu nehmen".

Im Bildungsbereich Lernende zu motivieren geschieht durch Augenkontakt, Motivieren durch `Auf die Schulter klopfen` und individuellem und öffentlichen Loben bis zu einer Belohnung. Das monatliche Gehalt kann von einem Arbeitnehmer auch als sozialer Verstärker für seine geleistete Arbeit interpretiert werden.

Soziale Verstärker im Fernstudium

Im Fernstudium werden soziale Verstärker durch Kontakte des Studierenden zum Dozenten und bei Treffen in der Studiengruppe angewandt. In der Reflexion, im Austausch, in der Kritik wird mit Lob, Anerkennung, Interesse und Wertschätzung gearbeitet.