Reziproke Hemmung

Von Reziproken Hemmungen wird gesprochen, wenn zwei gegensätzliche und unvereinbare Reaktionen bzw. Reaktionsweisen zeitgleich auftreten. Im Kampf zwischen diesen beiden Reaktionen bzw. Reaktionsweisen setzt sich die stärke durch. Während der Parasympathikus für die körperliche Ruhe verantwortlich ist, so steht der Sympathikus für körperliche Anstrengung und Handlungsbereitschaft. Treten nun beide, Sympathikus und Parasympathikus, zeitgleich auf, wird sich einer von beiden durchsetzen. Der Begriff selbst stammt aus der Anthropologie.

Beispiele für die reziproke Hemmung

Wird ein Muskel angespannt, so entspannt sich zeitgleich der Gegenmuskel. So kann ein Mensch, obwohl er lacht, wütend blicken. Für Außenstehende wirkt dieser Gesichtsausdruck als unvereinbar. Da er aber dennoch auftritt, wird er reziproke Hemmung genannt.

Bei dem Gefühl der Angst wird der Sympathikus das Gefühl verstärken und der Parasympathikus das Gefühl der Angst beruhigen. Hat ein Kleinkind Angst vor einem Hund, so kann er, um langsam an den Hund herangeführt zu werden, zum Beispiel mit Süßigkeiten und Zureden von seiner Angst abgelenkt werden. Durch die Süßigkeiten und dem Zureden entspannt sich das Kind, dass heißt, der Parasympathikus setzt sich nach und nach gegenüber dem Sympathikus (Dem verstärkten Gefühl der Angst.) durch. Im Einüben mit dem Gefühl der Angst umzugehen und im Gegenwirken der Reaktionsweisen, setzt sich ein angemessener Umgang mit dem Gefühl der Angst durch. In anderen bzw. ähnlichen Situation kann das Kind von sich aus eine beruhigende Gegenwirkung steuern.

Therapie für reziproke Hemmung

Für den Umgang mit der reziproken Hemmung werden Entspannungstherapien angeboten. Dazu zählen Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Erstellen und abarbeiten einer Angsthierarchie. Entspannt werden überwiegend die in der Tiefe liegenden Muskeln. Eingesetzt werden diese Techniken bei Phobien und sozialen Ängsten.