Steuerliche Behandlung von Weiterbildungskosten

Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosenquoten ist berufliche Weiterbildung von Arbeitnehmern unbedingt zu empfehlen, um sich seinen Arbeitsplatz zu sichern bzw. in eine bessere Anstellung wechseln zu können.

Werbungskosten oder Sonderausgaben

Aufwendungen für berufsbezogene Bildungsmaßnahmen werden steuerrechtlich unterschieden in Werbungs-kosten und in Sonderausgaben. Die Werbungskosten sind grundsätzlich in voller Höhe abziehbar gemäß § 9 Absatz 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz, Sonderausgaben sind lediglich bis zu einem Höchstbetrag von zur Zeit 4.000 € pro Kalenderjahr absetzbar. Laut Rechtsprechung gehören zu den Fortbildungskosten Aufwendungen, die dem Zweck dienen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für einen Beruf zu erhalten. Auch die Erweiterung dieser oder die Anpassung an sich ändernde berufliche Anforderungen fällt unter die rechtliche Auffassung von Fortbildungskosten. Aufwendungen eines Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, die nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden, sind dagegen nach § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz vom Werbungskostenabzug ausgeschlossen, da sie zu den Kosten der privaten Lebensführung gehören. Die Grundregel lautet somit, dass alle Aufwendungen vor dem Abschluss der ersten Ausbildung bzw. des Erststudiums zu den Sonderausgaben gehören, die nach dem Abschluss erwachsenden Aufwendungen zu den Werbungskosten. Unter dem Gesichtspunkt, lebenslanges Lernen zu fördern, werden auch Kosten für Umschulungsmaßnahmen, die auf einen Berufswechsel vorbereiten, als Werbungskosten behandelt. Es muss lediglich ein hinreichend konkreter, objektiv feststellbarer Zusammenhang der Aufwendungen mit der Erziehung bzw. Erhöhung künf¬tiger steuerbarer Einnahmen aus der angestrebten ¬beruflichen Tätigkeit vorliegen.

Welche Kosten fallen unter die Weiterbildungskosten

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Zu den Weiterbildungskosten gehören die Lehrgangs- und Prüfungskosten, Aufwendungen für die erforderlichen Fachbücher, Schreibmaterialien und andere Hilfsmittel. Computer und sonstige Arbeitsmittel, die im Rahmen der Fortbildung verwendet werden, können ebenfalls angesetzt werden. Allerdings können Gegenstände, deren gewöhnliche Nutzungsdauer mehr als 1 Jahr beträgt, in voller Höhe nur erklärt werden, wenn ihre Anschaffungskosten ohne Umsatzsteuer unter 410 EUR betragen, ansonsten sind sie nur in Höhe der anteiligen Jahresabschreibung abziehbar. Auch die Fahrtkosten zur Bildungsmaßnahme bzw. zu Lerngruppen sind mit 0,30 € je Kilometer ansetzbar. Verpflegungsmehraufwendungen gehören gemäß Reisekostengrundsätzen ebenfalls zu den Weiterbildungskosten.