Primäre Verstärker

Eine Reaktion auf primäre Verstärker ist in jedem Mensch ab seiner Geburt angelegt und wirksam. Dabei geht es um eine Reaktion auf einen physiologischen Reiz bzw. ein physiologisches Bedürfnis. Die entstandene Bedürfnisspannung bzw. -anspannung wird als negativ mit dem Wunsch zur Beseitigung erlebt. Wird die Bedürfnisspannung bzw. -anspannung abgebaut, tritt die vorherige Körperentspannung ein.

Einige Details der primären Verstärker

Die klassischen Beispiele für den Einsatz primärer Verstärker sind die Grundbedürfnisse: Hunger, Durst, Zuwendung, Sexualität, Körperbewegung, Körperruhe, Anspannung und Entspannung. Die primären Verstärker wirken bereits ab der Geburt. Primäre Verstärker wirken unmittelbar auf den entstandenen Reiz. Ist der Reiz, wie zum Beispiel Hunger aktuell nicht vorhanden, so wird der primäre Verstärker nicht gefordert bzw. angenommen. Schreit ein Säugling weil es Hunger hat und wird gesättigt, so beruhigt es sich wieder. Schreit ein Säugling aus einem anderen Grund, erhält aber ein erneutes Sättigungsangebot, so wird es das Angebot abwehren und solange weiter schreien, bis sein Bedürfnis gestillt ist. Primäre Verstärker bringen den gewünschten Erfolg, ohne dass ein Lernprozess durchgeführt und reflektiert wurde. Psyche und Organismus des menschlichen Körpers streben ein positives Gleichgewicht aller ihre Komponenten an.

Alltag mit primären Verstärkern

Im Alltag hat der Mensch gelernt die primären Verstärker angemessen auf seine Bedürfnisse einzusetzen. So kann ein wahrgenommenes Hungergefühl sofort gestillt, ignoriert oder aufgeschoben werden. Das heißt, ein Mensch, der gelernt hat mit seinen primären Bedürfnissen umzugehen, kann situationsbezogen reagieren bzw. agieren. In einem wichtigen Gespräch wird er ein Hungergefühl wahrnehmen und nach dem Gespräch stillen. Macht der einzelne eine Diät, wird er ein Hungergefühl ignorieren und übergehen.