Operantes konditionieren

In Folge operanter Konditionierung wird ein ursprünglich spontanes Verhalten durch Konsequenzen beeinflusst. Die resultierenden Konsequenzen können negativ oder positiv sein. Diese Methode wird seit etlichen Jahrzehnten in Schulen und Familien alltäglich angewendet und bedeutet "Lernen durch Belohnung oder Bestrafung". Verstärkt man die Belohnung oder Bestrafung, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich die Verhaltensweise ebenfalls verstärkt oder verringert. Lob oder Strafe verfestigt also die gewünschte Verhaltensweise.
Ende des 19. Jahrhunderts begann E. L. Thorndike sich diesem Phänomen mit wissenschaftlichen Methoden zu widmen. Ab 1950 war es B. F. Skinner, der operantes Konditionieren erforschte.

Reize und Reaktionen

Der erste Lerneffekt, der in Folge der Konditionierung auftritt, wird Extinktion genannt. Dies ist eine Form zusätzlichen Lernens, die weder dem Vergessen noch dem Verlernen ähnelt. Hierbei werden die üblichen Folgen eines bedingten Reizes abhängig vom Zusammenhang vorübergehend wirkungslos. Egal ob klassisches oder operantes Konditionieren, wenn eine Reaktion gelernt ist, führt dies oft dazu, dass ähnliche Reize die gleiche Reaktion hervorrufen. Der zweite auftretende Lerneffekt ist die Reiz-Generalisierung. Das bedeutet: Je mehr der neue Reiz der dem konditionierten ähnelt, desto stärker sind auch die Reaktionen darauf.

Erziehung durch Belohnung

Durch operantes Konditionieren werden Reaktionen trainiert und erworben. Durch Gewöhnung verinnerlicht der Betroffene die dadurch entstandenen Reflexe. Bekanntes Beispiel hierfür sind Laborratten, die bei Betätigung eines Schalters nach vorhergehendem Reiz, der eine Lampe oder ein Signalton sein kann, eine Belohnung in Form von Futter erhalten.

In der Pädagogik dient operantes Konditionieren der Motivation von Kindern und Jugendlichen, um Aufgaben zu lösen, die sie eigentlich nicht interessieren. Die operante Konditionierung eignet sich besonders gut für das Fernstudium, da man hier wenig Kontakt zu den Lehrenden und anderen Mitstudenten hat. Der Anreiz zur Eigeninitiative ist gerade im Fernstudium, vor dem eigenen PC, besonders gefragt.

Unterrichtshilfen nach B. F. Skinner

B. F. Skinner, Psychologe an der Harvard-Universität, begann in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der praktischen Anwendung seiner zuvor entwickelten Unterrichtshilfen. Seine Lehre des Behaviorismus wurde kontrovers diskutiert geht auf Versuche mit den "Pawlowschen Hunden" zurück, die später als Beweis der klassischen Konditionierung in die Lehrbücher Einzug hielten.