Motorisches Lernen

Das motorische Lernen bezieht sich auf die Aneignung von Verhaltensweisen, Handlungen und Fertigkeiten, die sich vor allem auf die motorische Leistung des Körpers beziehen (vgl. Schabel 1998: 148). Es geht also darum, z.B. bei einer neuen Sportart bestimmte vorgegebene Bewegungsabläufe zu erlernen und später zu rezipieren. Bevor diese Leistung erbracht werden kann, muss der Lernende sich innerhalb der ersten Lernphase gedanklich mit der neuen Aufgabe beschäftigen, d.h. der Trainer muss den Bewegungsablauf erklären und vorführen, um dem Lernenden beim motorischen Lernen Hilfestellung zu leisten. Meist hilft es dem Lernenden, die Bewegung mehrmals zu wiederholen, um dem eigenen Körper den motorischen Ablauf beizubringen. So ist es z.B. beim Tennis von Vornherein wichtig, den Arm beim Aufschlag in einem exakten Winkel zu halten, um den Ball möglichst schnell und effektiv über das Netz zu schlagen. In der ersten Lernphase ist die Ausführung der Bewegung zwar schon erkennbar, das motorische Lernen ist damit aber noch nicht abgeschlossen, denn die Bewegungsabläufe müssen noch verbessert werden. In dieser Lernphase kommt meist der sogenannte optische Analysator zum Einsatz, d.h. die Bewegung wird mit Hilfe des Sehsinns studiert und der Bewegungsablauf hierdurch gesichert.

Die zweite Lernphase

Erst in der zweiten Lernphase beginnt der Lernende, die Bewegung fast fehlerfrei auszuführen, d.h. die Bewegung z.B. beim Salto auf dem Trampolin wird mehr und mehr perfektioniert. Der Lernende kann sich nun auch bewusst mit der Bewegung beschäftigen, und erkennt von selbst Schwächen in der Ausführung. Mit Hilfe des sogenannten kinästhetischen (=bewegungsempfindenden) Analysators kann die Bewegung verfeinert, das motorische Lernen also ausgebaut werden. Dabei geben die Rezeptoren in Sehnen, Muskeln und Gelenken Auskunft über die Spannungsänderungen im Zuge der Bewegung.

Die dritte Lerphase

In der dritten und letzten Lernphase wird die Bewegung weiter ausgebaut, bewusst erfahrbar und es ist ein detailliertes Bewegungsablaufs-Repertoire im Kopf des Lernenden vorhanden. Die Bewegung wird in dieser Phase des motorischen Lernens perfektioniert und ist auch unter erschwerten Bedingungen abrufbar. So kann die Bewegung z.B. auch in einem Wettkampf ohne große Einbußen ausgeführt werden, wenn vermehrte Nervosität hinzukommt. Der Lernende kann sich auf die schwierigeren Verhältnisse einstellen und seine Leistung halten bzw. weiter verbessern.